Westfalia - Unternehmenshistorie

Mobile Leidenschaft mit Geschichte


1844: Der Beginn der Westfalia Historie. Johann Bernhard Knöbel eröffnet am 1. Oktober 1844 eine Schmiede und legt damit den Grundstein für eine lange währende Geschichte. Ursprünglich baut er schwere Pferdewagen, welche die Ware vom neu gebauten Bahnhof verteilen.

1950er: 1951 beginnt die Geschichte der Westfalia Umbauten mit einem speziellen Kundenwunsch. „Camping Box“ wurde die Sonderausstattung getauft, die bei Westfalia in Wiedenbrück auf Wunsch eines in Deutschland stationierten britischen Offiziers kreiert worden war. Seine Bestellung war einfach: Ein VW Transporter mit Wohneinrichtung. Sie sollte ordentlich im Fahrzeug verbaut und gleichermaßen als Schlaf-, Wohn- und Arbeitsraum geeignet sein. Man nahm also einen VW-Bus, verpasste ihm zwischen B- und C-Säule eine Doppeltür, und installierte hinter den Vordersitzen variable Möbel und Dekoration. Zum Beispiel hübsche Scheibengardinen, nett angerüscht und passend zum Karomuster im Interieur.  Eine echte Zeitgeist-Kombination. Schlafcouch, Klapptisch, Sitzbank, Jalousieschrank und Sideboard komplettierten das Ensemble im Inneren. Das Ergebnis war so gelungen, dass die Campingbox bald in Serie produziert wurde und der umgebaute VW-Bus zum Traumwagen der 50er-Jahre geriet, denn es handelte sich um ein Multitalent, verwendbar als Hotel auf Rädern.

1960er: 1962 wird erstmals ein Wohnmobil mit Möbelflächen aus hellem Kunststoff gefertigt, der Name des auf einem VW-Bus basierten Gefährtes: Westfalia SO 34. In großen Stückzahlen geht die Einrichtung Westfalia SO 34 über den großen Teich, die erste Campingeinrichtung, die statt einer Holzfurnier-Oberfläche mit einer Kunststoff-Oberfläche in weiß und grau ausgeliefert wird. Erfolgreich in den USA ist auch SO 42, bei dem das Fahrzeug bereits isoliert ist, das später für Westfalia typische Aufstelldach jedoch noch fehlt. Die Einrichtung besteht aus Innenverkleidung, Dachstaukasten, Kühlbox mit Wassertank, Handpumpe und seitlichem Klapptisch, Kleiderschrank mit Spiegel, Staukasten mit Polster und Klapptisch. Die wenig später üblichen, innovativen Aufstelldächer, bieten Platz in der „Küche“ der Multitalente. Eine komfortable Standhöhe und mehr Handlungsspielraum resultieren aus ihnen.  Die von Westfalia umgebauten Fahrzeuge vermitteln ein bis dahin undenkbares Gefühl von Freiheit und Ungebundenheit, man ist zu Hause wo man sich zu Hause fühlt.

1970er: 1976 werden die ersten Entwürfe für ein bahnbrechendes Reisemobil skizziert. Es soll nach dem größten Entdecker des 18. Jahrhunderts, James Cook, benannt werden. Ein Jahr später ist es dann soweit: Der erste Mercedes-Benz „James Cook“  wird präsentiert. Durch ihn werden Sicherheit und Komfort vereint, hinzu kommt, dass er bereits über eine Nasszelle verfügt. Der „James Cook“ mutiert zum Kassenschlager und wird schon bald als Symbol für komfortables Reisen angesehen. Der ebenfalls 1977 gefertigte „Sven Hedin“ ist das erste Wohnmobil mit Dusche, Warmwasseranlage und einem Spezial-Hochdach auf Basis des neuen VW LT. Mit diesen beiden Erfolgsmodellen begann für Westfalia der Durchbruch. Mit dem Jahr 1978 begann der Siegeszug des Joker. Für viele Camper wurde er zum „Multifahrzeug“, mit dem sie auch zum Einkaufen oder zur Arbeit fuhren. Auf diese Art konnte auf ein zusätzliches Auto verzichtet werden und die Anschaffung wurde für viele Haushalte so erst finanziell vertretbar. Dieses Fahrzeug machte seinem Namen alle Ehre: innerhalb eines Jahrzehnts wurden von ihm 70 000 Exemplare verkauft. Ein wahrer Joker für Westfalia.

1980er: Erfolgsmodell dieser Jahre ist eindeutig der Joker von Volkswagen, in mehreren Varianten auf der Basis des VW T3 gefertigt und vermutlich einer der erfolgreichsten Kastenwagen-Ausbauten aller Zeiten. Im Jahre 1981, wird erstmals der  VW Joker mit aerodynamischem Kunststoff-Hochdach und Panoramafenster  vorn produziert. Mit dem Zugewinn der Ford Werke 1985 als weiteren Partner, wird nun auch der „Nugget“ angeboten. Er ist ein kompakter Vollcamper, bietet Mobilität und Agilität in der Freizeit und ist mit seinem Spirituskocher sogar als PKW zulassbar. Neu ist die Zusammenarbeit mit Ford für Westfalia allerdings nicht, bereits in den siebziger Jahren gab es – unter dem Namen Chiemsee und Wannsee – Einrichtungen für Transporter mit dem Ford Emblem  am Kühlergrill.

1990er: In den Jahren 1990 – 1998 beginnen dann die Produktionen der Modelle VW-California, des Vito Marco Polo, Vito F, BMW Multi Trailer und der Bau des Wohnwagen Columbus 2. Mit dieser Reihe an neuen Fahrzeugen sind spannende Urlaubsreisen in den 90er Jahren garantiert. Im Jahre 1994 gibt es Grund zum Feiern, Westfalia begeht das 150jährige Firmenjubiläum. Für die Kunden gibt es das auf 500 Exemplare limitierte Sondermodell Highway mit komplettierter California-Coach-Ausstattung. 1996 läuft erstmals ein Marco Polo auf Mercedes-Basis vom Band, ein Jahr später folgt der erste Vito F. Kurz vor der Jahrtausendwende wird Westfalia in drei Unternehmensbereiche aufgeteilt: Die Westfalia Van Conversion ist weiterhin zuständig für den Bau und Vertrieb von Freizeit-Fahrzeugen, DaimlerChrysler steigt mit 49 Prozent ins neue Unternehmen ein. Bei Westfalia Automotive geht es um Anhängekupplungen, die Westfalia Trailer Group befasst sich mit der Produktion von Pkw- und Pferdeanhängern. Allerdings waren die 90er Jahre eher von einer wirtschaftlichen Berg- und Talfahrt geprägt. Querelen zwischen den Eigentümern und erschwerte wirtschaftliche Bedingungen waren die Auslöser hierfür.

2000 - 2010: Bei den Freizeit-Fahrzeugen läuft es rund, im Jahr 2001 fällt ein neuer Produktionsrekord: Das 500.000ste Freizeitfahrzeug rollt bei Westfalia vom Band. Die DaimlerChrysler AG erhöht massiv ihren Anteil an Westfalia, die Van Conversion wird 100prozentige Tochter der Stuttgarter. Es bleibt aber bei der grundlegenden Geschäftspolitik von Westfalia. Außerdem kann ein weiterer Erfolg verbucht werden: Die Opel-Werke können als vierter Partner für Westfalia Van Conversion-Ausbauten gewonnen werden. Sie komplettieren die Palette an namhaften Partnern für Westfalia und bieten zudem neue Möglichkeiten. In 2003 wird die „Marco Polo“-Palette auf der Basis des Mercedes „Viano“ erweitert. VW entscheidet sich für die eigene Produktion des VW California in einem neuen Werk in Hannover. Die Erschließung des amerikanischen Marktes 2004 beginnt mit der Auslieferung der ersten James Cook unter der Marke „Dodge Sprinter Westfalia“ in die USA. Als Vertriebspartner wird der renommierte Hersteller „Airstream“ gewonnen. Der erste „James Cook“ auf Basis des neuen Sprinters verlässt 2006 das Werk in Rheda-Wiedenbrück. Im gleichen Jahr präsentiert Westfalia auf dem Caravan Salon erstmalig den Prototypen Big Nugget mit langem Radstand auf Fordbasis. Im Jahr 2007 erfolgt dann die Übernahme durch die Aurelius AG. Außerdem wird eine Neuauflage des Sven Hedin produziert, welche auf dem neuen Crafter basiert.In 2008 stellt Westfalia den ersten Teilintegrierten nach über 50 Jahren vor. Weltpremiere des WestVans auf der Caravan Motor und Touristik in Stuttgart. Der legendäre Westfalia Sven Hedin wechselt 2009 auf die Basis des Mercedes-Benz Sprinter. Im gleichen Jahr beginnt die Markteinführung des Opel Vivaro L2, er bietet mehr Raum für Kundenbedürfnisse. Westfalia als führender Kastenwagenausbauer, baut im Jahr 2009 erstmalig auch Fiat Fahrzeuge aus. Der Michelangelo auf Basis Fiat Scudo wird vorgestellt. Im folgenden Jahr 2010, stellt Westfalia das Multimobil auf Basis Fiat Scudo vor, um das die Modellpalette erweitert wird.


2010 - heute: 2011 wird Westfalia von der Rapido Gruppe übernommen. Die konsequente Markt- und Kundenorientierung schlägt sich in den Folgejahren im Aufbau des Produktportfolios durch Modelle wie den Amundsen, den Columbus, den Jules Verne und den Kepler nieder. Club Joker und Club Joker City auf dem VW T5 setzten die erfolgreiche Geschichte der VW-Umbauten fort. 2017 wird der neue Westfalia Standort in Gotha in Betrieb genommen. Auf der Händlertagung 2017 stellt das Unternehmen den neuen Sven Hedin auf Basis des VW Crafter vor.